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Freitag, 2. Januar 2015

Die Zeit ist reif ...

Ψ Mit dem niegelnagelfrischen Jahr 2015 möchte ich die Arbeit an meinem Blog wieder aufnehmen. Über zwei Jahre ist es her, dass ich seinerzeit aus meiner Arbeit berichtet habe. Viel hat sich seit damals verändert: Ich habe einen Verein (mit-)gegründet, ihn (mit) aufgelöst und bin zum »Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz (OSPI)« (www.indulgenz.de) zurückgekehrt. Jetzt glaube ich, die Zeit ist reif, meinen Blog wieder zu pflegen.

Ψ In den nächsten Tagen und Wochen werde ich hier Neujahrsputz halten, werde Seiten und Informationen aktualisieren. Das wird ein bisschen Zeit brauchen, aber schließlich wird mein kleiner knuffiger Blog hier mit richtig viel Blingbling strahlen.

Ψ In der Zwischenzeit wünsche ich Euch allen da draußen erstmal ein schönes Neues Jahr. Ich hoffe, Ihr seid gut in 2015 gestartet. Die Familie in dem unten eingebetteten Vine-Kurzvideo hatten auf alle Fälle eine klirrende Silvesternacht. ;-)

Montag, 25. Juni 2012

»Berlin Bruisers« lilafizieren den CSD


Ψ Tja, liebe Mäuse, jetzt haben wir dann den Berliner CSD heil überstanden. Und was soll ich sagen: Es war einfach grandios!

Ψ Ich begleitete an diesem zurückliegenden Samstag das Team der »Berlin Bruisers«, der ersten schwulen Rugbymannschaft Deutschlands. Gemeinsam zogen wir als Fußgruppe im Zug der CSD-Parade mit, verteilten Flyer, warfen ein paar Bälle und hatten dabei eine absolut geile Zeit. Dabei trugen wir die Mannschaftsfarbe der Bruisers: Lila.
(... und ja, ich sah zauberhaft hübsch aus mit meinem farblich abgestimmten, malvenhaftfarbigen Schleier ... #grins)

Ψ Intelligenterweise hatte ich meine Digitalkamera zuhause vergessen (was für eine Schwester eigentlich echt doof ist) - trotzdem gibt es jede Menge Bilder im Internet, speziell auf Facebook:

• Bei Flickr unter http://www.flickr.com/photos/murdoch80/7431735226/in/photostream findet Ihr ein paar Bilder von den Bruisers.

• Es gibt eine Facebook-Gruppe der Rugbymannschaft (einfach nach »Berlin Bruisers« suchen oder hierdrauf klicken), dort sind jede Menge Bilder gepostet.

• Es gibt bei Vimeo ein Video, zusammengeschnitten aus Clips und Bildern (habe ich unten eingebettet).

• Zwei weitere kleine Videoclips findet Ihr bei YouTube unter http://youtu.be/0y3ZTDTexs0 und http://youtu.be/cONGlXx_aME.

• Auf Facebook hat Kai ein CSD-Album gepostet, in dem sich einige Bilder der Bruisers finden: hier.

Ψ Jetzt freue ich mich auf mein erstes Training mit den »harten Jungs« - ja, Eure Aura wird künftig Rugby spielen. In Männersportzivil natürlich, ohne Titten auf'm Kopf und ohne Weiß im Gesicht. Ob ich damit die erste Rugby spielende Nonne der Welt werde? Keine Ahnung. Kann schon sein. An sich egal - Hauptsache, ich kann ein paar Kerle in den Schlamm werfen ... ! :)

Berlin Bruisers @ CSD Berlin from patrick m. sheedy on Vimeo.

Freitag, 22. Juni 2012

Dann doch: CSD 2012

Ψ Eigentlich wollte ich am heutigen Samstag halb privat, halb beruflich nach Leipzig - ich wollte nicht manifestieren in der Berliner Prideweek und ich wollte das so auch genießen. Dann ist mir irgendwie die Wolle ausgegangen...

Ψ Tatsächlich sind eine Gruppe attraktiver, adretter und agiler Männer dafür verantwortlich, dass es mich dann doch gestern gepackt hat und ich beschloss, meine Titten (umgangssprachlich für: die Schwesternhaube) und einen farblich zu »meinen Jungs« passenden Schleier aus dem Schrank (»out of the closet«!) zu holen. Manifestationspause vorbei, jetzt wird wieder schwesterisiert!

Ψ Auf der heutigen CSD-Parade werdet Ihr mich dann schon sehen - ich bin die Schwester, die am meisten leckeres Testosteron (lecker verpackt in mauve-farbenen T-Shirts) um sich herum hat.

Ψ Bilder? Klaro, wird's geben. Jetzt aber schnell den Bart färben und den Schleier bügeln - soll doch alles hübsch sein für die CSD-Pride-Parade 2012 in Berlin ... :-)

Dienstag, 15. Mai 2012

Mein Leben

Ψ In letzter Zeit häuften sich mir gegenüber die Zurufe »Du hast ja gar kein Leben, Aura - such' Dir eine Beschäftigung und hör' auf, Schwester zu sein!«; diese eher nicht so gut gemeinte Aufforderung erhielt ich in den vergangenen Wochen dann doch öfter.

Ψ Meine hiermit öffentliche und für jedermensch lesbare Antwort lautet: »Vielen Dank für den Ratschlag. Ich habe ein Leben, ich habe meine Beschäftigung und ich bin von Herzen gern (und in meiner Gemeinde gern gesehen) Schwester.«

Ψ Ich hoffe sehr, dass diverse Menschen in der Zukunft davon absehen, über mich als Mensch und über mein (im übrigen vollkommen privates) Leben urteilen zu wollen, sondern mit mir gerne in Dialog über meine Schwesternarbeit treten.

Ψ Ach ja, und wen es interessiert: Aktuell geht es mir in meinem Leben sehr gut und ich fühle mich wohl mit den Dingen, die ich tue ... und eben dies wünsche ich jedem, der dies liest. :-)

Kein »Sicherer Samstag« in Berlin

Ψ In diesem Tagen habe ich mein Projekt »Sicherer Samstag« für mich innerlich beendet; jetzt ist es für mich Zeit, dies auch öffentlich(er) zu machen.

Ψ In den vergangenen Monaten gelang es nicht, ausreichend Partner und vor allem aktive Helfer zu gewinnen, um in der Schöneberger Gay Area an einen regelmässigen Abend in den Örtlichkeiten auf dem Kiez die zunehmende Problematik von Übergriffen und -fällen auf queere Menschen zum Thema zu machen. Daher ergibt es wenig Sinn, ein Projekt vorantreiben zu wollen, das mit den aktuellen Möglichkeiten nicht umsetzbar ist.

Ψ An dieser Stelle danke ich allen, die mir zu dem Projekt Rückmeldung gegeben haben und die im Herzen in dieser Sache bei mir waren bzw. sind.

Geldsammeln in Berlin

Ψ Aus gegebenem Anlass - einer Rückfrage bei mir und einer Rückfrage beim SPI Westfalen bezüglich meiner eventuell nicht statthaften Büchsensammeltätigkeit ohne einen eingetragenen Verein „im Rücken“ - möchte ich Euch wie folgt informieren:

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Ψ Seit Ende 2003 ist die staatliche Aufsichtspflicht für Sammlungen entfallen. Mit dem „Ersten Gesetz zur Rechtsvereinfachung und Entbürokratisierung“ der Berliner Verwaltung ist das Sammlungsgesetz aufgehoben worden. Sammlungen können seitdem formlos erfolgen und es liegt im Vertrauen des Spenders, dass der Sammlungszweck eingehalten wird.

Ψ  In den zurückliegenden zehn Jahren wurden die Sammlungsgesetze in verschiedenen Bundesländern ersatzlos aufgehoben. Hierzu gehören Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Ψ Dies bedeutet: Es gibt keine Vorschriften mehr, wie Geldsammlung zu erfolgen hat (z.B. nur mit eingetragenem Verein, Genehmigung durch Ordnungsamt bei Straßensammlung usw.).

Ψ  In Berlin kann jedermann für beliebige Zwecke sammeln kann, wie, wann und wo er will.

Ψ So auch ich.

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Ψ Links zum Thema:

http://www.berlin.de/landespressestelle/archiv/2005/01/05/23140/
http://www.dzi.de/wp-content/pdfs_Spendentipps/Sammlungsgesetze.pdf
http://www.parlament-berlin.de/ados/BauWohnV/vorgang/0232.htm

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Ψ Ich möchte mich bei allen Leuten, die sich Sorgen darüber machen, dass ich keinen juristischen Ärger bekomme, bedanken. Es ist gut zu wissen, dass Ihr wohlwollend an mich denkt.

Ψ Ansonsten möchte ich bitten, künftig nicht bei anderen Gruppen Erkundigungen ÜBER MICH einzuholen und ÜBER MICH Informationen zu verbreiten, sondern MIT MIR Kontakt aufzunehmen, wenn Fragen bestehen.Euch allen wünsche ich ein schönes Wochenende.

Yours in glitter

Sr. Aura

Freitag, 27. Januar 2012

Der »Sichere Samstag« im Schöneberger Kiez

Ψ Ab März diese Jahres wird ein neues Projekt den durch Überfälle gebeutelten Schöneberger Kiez ein klein wenig sicherer machen: Ich starte die Aktion »Sicherer Samstag«. Fortan wird es jeden ersten Samstag im Monat Kiez-Patrouillen und Kneipen-"Shuttles" in der »Gay Area West« Berlins geben.

Ψ Die Zahl der Angriffe und Überfalle, speziell die mit räuberischer Absicht, haben auf dem Schöneberger Homo-Kiez in den letzten Jahren stetig zugenommen. Es ist inzwischen an der Zeit, dass wir (die Queer Community) unsere Sicherheit verstärkt auch selbst in die Hand nehmen. Orientiert an Projekten wie der »Pink Patrol« (New York City, USA) organisiere ich daher fortan die »Sicheren Samstage«, an denen zunächst an einem (dem ersten) Samstag im Monat auf den Straßen des Schöneberger Kiezes Teams patrouillieren, zwischen Kneipen pendeln und Leute von Bar zu Bar oder auch zu den Taxi-Ständen oder BVG-Haltestellen bringen sowie Info-Material verteilen.

Ψ Natürlich lässt sich so ein Projekt nicht alleine stemmen. Zahlreiche weitere Projekte sind (auch hiermit) eingeladen, sich aktiv zu beteiligen - und nicht zuletzt bzw. vor allem braucht es Leute, die am »Sicheren Samstag« tatkräftig mithelfen. Daher ist diese Ankündigung auch ein Aufruf: Helft bitte mit, an einem Samstag im Monat unseren Kiez ein wenig sicherer zu machen!

Ψ Im Februar wird es einige Vorbesprechungstermine für das Projekt geben: Für Helfer, die in Teams über den Kiez patrouillieren werden, und für beteiligte Wirte und Projekte. Der erste »Sichere Samstag« wird der 3. März 2012 sein.

Ψ Wenn Du diese Aktion unterstützen möchtest (ob nun im Patrouillien-/Shuttle-»Dienst« oder anderweitig), dann nimm' bitte Kontakt mit mir auf unter schwester.aura@web.de - jede Hilfe kommt unser aller Sicherheit in Schöneberg zugute.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Gemeinschaft geht nicht allein

Ψ Ich bin nicht gern allein. Mit Einsamkeit und alleinen Situationen komme ich schlecht zurecht. Das ist über die Jahre besser geworden, sonst hätte ich die Zeit seit meinem Austritt aus dem OSPI Berlin Ende Februar dieses Jahre gar nicht ertragen können. Doch wo andere problemlos dauerhaft alleine bleiben können, habe ich das Bedürfnis nach Gemeinschaft, nach Zusammenkunft, nach »in einer Gruppe Dinge tun«.
Ψ Es ist ganz normal, dass Menschen sich zusammentun (wollen), um gemeinsam mehr bewirken zu können. Also ist mein Wunsch nach Gemeinschaft nicht außergewöhnlich. Bislang habe ich mich bemüht, irgendwie an den Kontakt mit meiner bisherigen Gruppe wieder anknüpfen zu können, ohne fordernd zu wirken - aber das klappte nicht: War ich zunächst in den derzeit bei OSPI Berlin stattfindenden Supervisionsprozess eingeladen worden, wurde ich im letzten Moment wieder ausgeladen ... und selbst ergebnisoffene, kollegiale Gespräche mit der Ordensmutter sind mir derzeit verwehrt worden.
Ψ Also ließ ich mein Bedürfnis dem OSPI Berlin gegenüber los und überlegte, wie ich auf andere Weise in einer Gemeinschaft Schwester sein kann. Und wie das manchmal so ist: Plötzlich waren da Menschen, die wie ich Interesse daran haben, gemeinsam Dinge zu bewegen.
Ψ Aktuell hat ein Prozess begonnen, an dessen Ende sich Menschen, die anderen helfen, zusammen gefunden haben werden. Eine Gruppe wird entstehen, in der ich selbst getragen werde und in der ich andere mittragen kann. Und auch wenn jetzt Einzelne ausrufen »Aura gründet ein neues Ordenshaus!«, so ist das dann doch sowohl zu verkürzt als auch zu weit gedacht: Aktuell reden Menschen, die Gemeinschaft wollen, miteinander - darüber, was sie sich wünschen, was sie sich vorstellen und was sie gerne tun würden. Etwas ist im Entstehen und nicht bereits fertig ausgedacht. Der Beginn eines Prozesses eben und nicht sein Ergebnis.
Ψ Der Grund für diese Zeilen ist auch, dass dieser »Menschen bauen sich eine Gemeinschaft auf«-Prozess nicht geheim stattfindet und ich daher offen damit umgehe, also auch darüber schreibe. Es kann und darf und soll transparent für die gesamte Community (der die Schwestern als wichtiger Bestandteil angehören) sein, was ich bzw. wir tun - nur so kann auch offen und auf gleicher Augenhöhe darüber gesprochen werden.
Ψ An dem Zusammenfinden dieser neuen Gruppe gemeinnützig arbeitender Menschen ist (auch, wenn Einzelne das Gegenteil behaupten werden) nichts Schlechtes oder gar Gemeines. Das Bedürfnis nach Gemeinschaft ist nicht aus dem Vorsatz, Leid und Not zu verursachen, geboren. Wer sich nun von der Arbeit für Andere per se verletzt fühlt, den möchte ich bitten, mit mir darüber zu sprechen - das ist der sinnvollste und vorteilhafteste Weg, eine Lösung hierfür zu finden.
Ψ Ich freue mich über die aktuelle Entwicklung. Eine Entwicklung, bei der noch nicht exakt abzusehen ist, welches Ergebnis am Ende stehen wird. Spannend ist es allemal. Und gut fühlt es sich an.

Montag, 17. Oktober 2011

Perpetuell indulgente Essays

ΨBei mir sind viele Dinge in Bewegung gekommen während der zurückliegenden Wochen. Eines davon ist mein Eintritt in eine Phase noch tieferer Betrachtung und Reflexion schwesterlicher Arbeit und Inhalte. Damit einher gehend werde ich das tun, was eines meiner besonderen Talente berührt: Ich werde schreiben.
ΨIn der nächsten Zeit werden Essays zu den verschiedensten Aspekt der Arbeit und Grundsätze der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz entstehen. Über die »social publishing« Website Scripd (http://www.scribd.com) werden die Ergebnisse meiner Arbeit dann Allen zur Verfügung stehen. So können andere Mitglieder der Schwesterbewegung inspirative Anstöße erhalten und Gemeindemitglieder (also die Leute der Queer Community) interessante Einblicke in das, wofür die Schwestern stehen und womit sie sich beschäftigen.
ΨDabei liegt es mir fern, für alle Schwestern zu sprechen. Vielmehr werde ich »bei mir bleiben«, also meine innere Herangehensweise an die entsprechenden Themen schildern. Welche Schlüße und Ergebnisse andere Ordensmitglieder aus meinen Zeilen ziehen, obliegt in völliger Freiheit jedem Einzelnen.
ΨIch freue mich bereits auf die Schreibarbeit und die späteren Rückmeldungen. Die nächsten Wochen und Monate werden spannend und anregen sein.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Unabhängigkeit

Es gibt schon die ersten, wilden Gerüchte. Daher: ja, ich habe den OSPI verlassen und werde fortan als unabhängige Schwester ohne Hauszugehörigkeit in Berlin für und in der Queeren Gemeinde wirken.

Dieser Schritt ist bedeutungsvoll, stellt er doch einen Meilenstein auf mein Weg dar. Doch ich will nach vorne und nicht nach hinten blicken. Über verschüttete Milch lohnt es nicht, zu klagen.

Statt dessen freue ich mich auf meine nächsten Manifestationen und Projekte.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Krankenhausbesucher

Wir Schwestern haben einen internationalen E-Mail-Verteiler - dort diskutieren wir international relevante Themen, beraten uns bzw. einander in Fragen unserer Gemeindearbeit, bitten einander um Energie (falls es uns oder den unsrigen nicht gut geht) oder informieren einander über aktuelle politische Entwicklungen in den jeweiligen Ländern.

So habe ich heute früh auch erfahren, dass auf eine Initiative von Präsident Obama hin jetzt eine neue Regelung an US-amerikanischen Krankenhäuser in Kraft tritt, wonach den Patienten jetzt die Entscheidung über die Besucher obliegt. Das war bislang nicht so, Krankenhäuser und Ärzte konnten einem Besucher, der nicht der leiblichen Familie des Kranken angehörte, den Besuch verweigern.

Die entsprechend Meldung findet Ihr bei ABC-News HIER.

Hierzulande hat meines Wissens nach der Patient volles Entscheidungsrecht, wer ihn besuchen darf bzw. soll, soweit er bei ordentlichem Bewusstsein ist. Für kritische Fälle ist in Deutschland eine Patientenverfügung nötig, um seine eigenen Interessen durchzusetzen.

Dienstag, 18. Januar 2011

Grundlagenwissen HIV

Die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz werden - trotzdem wir bereits 1979 (und damit vor der Entdeckung von AIDS) als karitative und bürgerrechtliche Initiative innerhalb der Queeren Bewegung begründet wurden - weltweit immer wieder mit HIV-Prävention in Verbindung gebracht. Aus guten Grund: mit unserem Wissen und unserer Erfahrungen erreichen wir die Gemeindemitglieder »direkt in der Situation«, zumeist im Nachtleben. Der Umgang mit dem Thema HIV / AIDS ist einer der Aspekte unserer Arbeit in der Community.

Deshalb weise ich gern darauf hin, dass am Mittwoch, 26. Januar 2011 um 19 Uhr eine Info-Veranstaltung der Reihe »Medizinische Reise« im Café PositHiv, Bülowstr. 6, 10783 Berlin Schöneberg stattfindet. Thema: »Grundlagenwissen HIV«, vorgetragen von Bernhard Bieniek. Zum Vortrag sind persönliche Fragen möglich, anschließend wird ein kleiner Imbiss gereicht.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Jahresendmanifestation 2010

Ich setze morgen (am 30. Dezember 2010) mein ganz persönliches I-Tüpfelchen auf die vielen Ordensaktivitäten in diesem Jahr - mit einer mit Sicherheit bombigen Manifestaion zum Jahresende.
Zu viert werden wir morgen losziehen: Sr. Heidi-Ho aus Luzern/Schweiz (die übers Jahresende zum Besuch in ihre alte Heimat Berlin gekommen ist), Sr. Daphne aus Berlin, Sr. Sunshine aus Hamburg und meine indulgente Glitzrigkeit.
Gemeinsam wird man/frau/goldfisch uns ab 19 Uhr im PINK PAVILLION treffen, wo wir für die Schwulenberatung bzw. deren Projekt LEBENSORT VIELFALT im Rahmen der Veranstaltung »Kay Ray & Konsorten« Geld sammeln werden.
Danach geht es ab in die Gemeinde - wir machen unsere letzte Schöneberger Kiezkneipenrunde in diesem Jahr und besuchen dabei unter anderem auch (aber nicht nur) das WOOF, die SCHEUNE und das NEW ACTION.
Vielleicht sehen wir uns ja morgen? Das würde mich und meine Mit-Schwestern sehr freuen..!

Dienstag, 28. Dezember 2010

Meldung »Patient besiegt HI-Virus dank Knochenmarkspende«

Aktuell ging per E-Mail über den bundesweiten, internen Schwesternverteiler folgende Meldung:

Patient besiegt HI-Virus dank Knochenmarkspende
Seltene Genmutation des Spenders lässt Infektion verschwinden

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben mit einer gezielten Transplantation von mutierten Stammzellen die HIV-Infektion eines Patienten erfolgreich bekämpft. Der HIV-positive Mann war an Leukämie erkrankt und hatte sich vor drei Jahren in die Behandlung des Teams um Prof. Eckhard Thiel, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, begeben. Die Stammzellen des Patienten wiesen eine spezielle HLA-Konstellation auf, die in der Bevölkerung relativ häufig ist. Sie kommt unter weißen Amerikanern und Europäern bei einem von tausend Menschen vor. Der Spenderpool war also verhältnismäßig groß. Die Mediziner suchten gezielt einen Spender aus, der die Mutation Delta 32 auf dem Rezeptor CCR5 aufwies. Diese Genmutation tritt bei etwa einem bis drei Prozent der europäischen Bevölkerung auf. Wenige Jahre vorher hatten Forscher festgestellt, dass Personen, die diese Mutation von beiden Eltern vererbt bekommen haben, zuverlässig gegen eine Übertragung des HI-Virus geschützt sind.

Tatsächlich fand sich unter den 60 in Frage kommenden Knochenmarksspendern eine Person mit dieser Mutation. „Diesen Spender haben wir mit der Hoffnung ausgewählt, dass nach der Transplantation seiner Stammzellen auch die HIV-Infektion des Patienten verschwinden könnte“, sagt Dr. Gero Hütter, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team von Prof. Thiel. Damit das HI-Virus in die Zellen eines infizierten Patienten gelangen kann, bindet es sich mit dem Rezeptor CCR5. Die Mutation Delta 32 sorgt dafür, dass kein Rezeptor auf der Zelloberfläche vorhanden ist, so dass das HI-Virus nicht in die Zelle gelangen kann.

Bei dem heute 42 Jahre alten Amerikaner, der in Berlin lebt, war das HI-Virus bereits vor mehr als zehn Jahren festgestellt worden. AIDS war zum Zeitpunkt seiner Behandlung in der Charité – Universitätsmedizin Berlin noch nicht ausgebrochen, die Leukämie-Erkrankung war keine direkte Folge der HIV-Infektion. Nach der Knochenmarkstransplantation wurde die medikamentöse Behandlung des Patienten zunächst eingestellt, da die Mediziner befürchteten, sie könnte zu einer Abstoßungsreaktion des gespendeten Knochenmarks führen. Dennoch wurde der Patient ständig beobachtet, um bei einem erneuten Auftreten des Virus sofort wieder mit der Behandlung zu beginnen. Normalerweise führt die Absetzung der Medikamente innerhalb weniger Wochen zum Ausbruch von AIDS. Bis heute, mehr als 20 Monate nach der erfolgreichen Transplantation, ist kein HIV beim Patienten nachweisbar.

„Dies ist ein interessanter Fall für die Forschung“, erklärt Prof. Rudolf Tauber, Prodekan für Forschung der Charité. „Wer jetzt jedoch Millionen von HIV-Infizierten Hoffnung auf Heilung verspricht, handelt unseriös.“ Dieser Einzellfall unterstreicht jedoch die Schlüsselrolle des Gens CCR5 in der Übertragung und Erkrankungsentwicklung von HIV“, so Prof. Thiel. Medikamente mittels CCR5 sind bereits zugelassen und werden weiter erprobt.


Ich habe ein wenig recherchiert und festgestellt, dass die Meldung bereits zwei Jahre alt ist. Hier die Quelle: Pressemitteilung vom 12.11.2008 auf www.charite.de

Heute, zwei Jahre nach dieser Meldung ist offensichtlich: eine Massenheilung durch Knochenmarkspende existiert nicht.

Weiterhin werde ich, wenn ich nach dieser oder einer anderen angeblichen Heilungsmöglichkeit gefragt werde, antworten:

- HIV kann man durch eine Infektion bekommen.
- Es gibt keine Impfung gegen HIV.
- Kondome schützen gegen eine HIV-Infektion (und bestimmte andere sexuell übertragbare Krankheiten wie zum Beispiel Hepatits C).
- Derzeit gibt es keine verfügbare Heilungsmöglichkeit von HIV/AIDS.
- Noch immer sterben Menschen an den Auswirkungen von HIV/AIDS - in vielen Teilen der Welt sogar, weil keinerlei Kombipräparate zur Verfügung stehen.
- Diese Meldung ist kein Freibrief.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Über ein Jahr

• • • Es ist über ein Jahr her, dass ich meinen letzten Weblog-Eintrag verfasst habe. Unheimlich viel ist passiert. Soviel, dass ich gar nicht wüsste, wo ich anfangen sollte, wenn ich alles (nach-)berichten müsste. Aber vielleicht muss ich das ja auch nicht.
• • • Speziell der Buddhismus vermittelt uns, nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft, sondern im JETZT zu leben. Also will ich mich auch eher auf das Heute konzentrieren.
• • • Heute ist ein ganz guter Tag, um Schwesternkrams aufzuräumen: Sortieren von Bastelmaterial, Waschen von Kragen und Häubchen, Vorbereitung künftiger Einsätze, Ablegen von Unterlagen, usw. - und zudem freue ich mich auf das Picknick am Kanal, das Schwester Kitty für Soeur Rose, eine uns besuchende Schwester aus Paris, initiiert hat.
• • • Und noch etwas ist JETZT: mein neu gefasste Vorsatz, meinen Weblog wieder anzugehen, zu pflegen und die Welt über mein Wirken als queere Nonne teilhaben zu lassen ...

Montag, 27. April 2009

Ein betriebsames Wochenende

• • • Zwei Tage mit Manifestationen an drei Örtlichkeiten liegen hinter mir und im Rückblick komme ich dann wieder zu dem Ergebnis, dass wir Schwestern schon der ziemliche Hammer sind.
• • • Samstag haben wir Sven Rebentisch und seine Gothic-Band beim Dreh zu ihrem neuen Musikvideo »Angst« unterstützt. Mutter Daphne, Schwester Katharina, Schwester Suzette und ich tanzten und posierten und lächelten in schwarz-rotem Habit. Für mich war es das erste Mal, dass ich bei Dreharbeiten dabei war - und es war eine wunderbare Erfahrung mit einem ganz zauberhaften Team und einem mehr als reizenden Frontmann.
• • • Gestern dann, am Sonntag, vertraten Schwester Suzette und ich den Orden beim »35 Jahre AHA«-Empfang im SchwuZ. Wir trafen alte Freunde der Schwestern (zum Beispiel Kai und Jannis von Mancheck oder Vera Titanic) und lernten neue Leute kennen. Das Häppchen-Buffet war toll (Kanapees mit Wachtelei-Spiegeleierchen!) und die ganze AHA-Connection war einfach zauberhaft.
• • • Solchermassen vorgeglüht wechselten wir dann später die Mehringdamm-Strassenseite, um die Open-Stage-Show »Collier von Heute« im Rauschgold zu besuchen. Wir durften im Rahmen der Show auf die Bühne, um unsere Arbeit zu erklären, und sammelten in und beschangelten die anwesenden Gemeindemitglieder aufs allertrefflichste. Emily und Trixi: vielen Dank für die Einladung!
• • • Als Suzette und ich dann wieder bei mir zuhause waren, unsere Stöckel von den Füssen ploppen liessen und uns abrüschten, da waren wir doch sehr zufrieden und glücklich. Ganz viele tolle Eindrücke und so, so viele reizende Menschen um uns herum ... das war einfach klasse!

Sonntag, 26. April 2009

Uiiii!

• • • Wer mich kennt, der kennt auch mein »Uiiii!«, wenn ich meiner Begeisterung über etwas audiellen Ausdruck verschaffe. Und manch einer von Euch wird jetzt (und künftig) innerlich »Uiiii!« denken, wenn er meinen neuen Blog hier findet, liest und weiterhin verfolgt.
• • • An dieser Stelle werde ich nämlich mit der Queeren Gemeinde meine Erlebnisse, Erfahrungen, Begegnungen und Gedanken als Schwester der Perpetuellen Indulgenz teilen. Hier werden sich kleine und grössere Neuigkeiten finden, hier werdet Ihr intime und vollkommen uninteressante Details aus dem Leben einer perpetuell indulgenten Nonne des 21sten Jahrhunderts lesen können und hier findet Ihr immer wieder Hinweise auf Gelegenheiten und Veranstaltungen, bei denen Ihr Mitglieder des Ordens des Schwestern der Perpetuellen Indulgenz treffen könnt.
• • • Wer mich übrigens noch nicht kennt, der sollte mich ganz bald mal kennenlernen. Und mein »Uiiii!«...