Ψ Vor fünf Jahren unternahmen das Berliner Gewaltpräventionsprojekt MANEO (www.maneo.de) und die Berliner Schwesterngruppe »Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz (OSPI)« (www.indulgenz.de) eine seinerzeit sehr erfolgreiche Aktion: Einen Großputz im schwulen Cruisinggebiet des Berliner Tiergartens. Seither wurde diese Aktion (meines Wissens nach) in Berlin nicht wiederholt.
Ψ Mir ist es ein großes Bedürfnis, diese großartige Aktion wieder aufleben zu lassen. Unterstützt werde ich hierbei von zwei Auszubildenden zur Schwester, Postulantin Adeva Icona Goldigga und Postulantin Mary-Clarence, mit deren Hilfe zum Ende der Outdoor-Cruising-Saison hin wieder einmal für ein klein wenig mehr Ordnung im Tiergarten gesorgt werden soll. Am Tag der deutschen Einheit wollen wir den Abfall, der im Eifer des lustvollen Gefechts in den Büschen des Parks achtlos auf dem Boden landet, einsammeln und entsorgen.
Ψ Das geht umso schneller, je mehr Leute wir sind. Also helft uns bitte morgen am 3. Oktober und sorgt zusammen mit uns für ein bisschen mehr Sauberkeit in der traditionellen, schwulen Bagger- und Verkehrszone im Tiergarten. Treffpunkt ist um 12.00 Uhr mittags die Klappe (öffentliche Toilette) in der südwestlichen Ecke des großen Sterns an der Westmündung des Ringverkehrs des Großen Sterns in die Straße des 17. Juni (siehe Zeichnung - Treffpunkt ist am rosa Kreuz). Um 12.30 Uhr werden dann die Handschuhe angelegt und die Müllsäcke gerafft ... und los geht es in die Büsche!
Ψ Bei Facebook habe ich dieser Tage eine Veranstaltung unter https://www.facebook.com/events/187807744677713 erstellt und auch queer.de hat die Aktion im Vorfeld angekündigt (LINK). Es wäre toll, wenn Ihr dabei wärt ... denn wir haben dann nämlich noch zwei kleine Überraschungen für Euch, über die ich an dieser Stelle noch nichts berichte (dann wären es ja keine Überraschungen mehr). Also dann: Kommt mit uns in die Büsche zum »Großputz im Tiergarten«!
Willkommen auf dem Weblog einer Schwester der Perpetuellen Indulgenz
Dienstag, 2. Oktober 2012
Menschenrechtspreis für ugandische LGBT-Aktivistin
ΨAm Sonntag, den 30. September 2012, hat die Jury des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises unter Vorsitz des Oberbürgermeisters der Stadt Nürnberg, Dr. Ulrich Maly, sich zum zehnten Mal für eineN PreisträgerIn dieser wichtigen Auszeichnung entschieden. In diesem Jahr geht der Preis an Kasha Jacqueline Nabagesera aus Uganda. (LINK)
Ψ Ich begrüße diese Entscheidung aus- und nachdrücklich. Frau Nabagesera ist Menschenrechtsaktivistin in Bezug auf Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LSBT) in Uganda. Die Situation von LSBTIQ Menschen in den meisten afrikanischen Ländern ist von Strafverfolgung, Diskriminierung und kultureller Ausgrenzung geprägt. Gerade angesichts der Tatsache, dass die neue Präsidentin von Malawi zunächst versprach, die Situation für LGBTIQ Menschen zu verbessern (vermutlich um an Auslandsgelder zu kommen), aktuell aber wieder zurückrudert (LINK) setzt der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis mit seiner diesjährigen Verleihung ein wichtiges Zeichen, von denen wir künftig noch mehr benötigen.
Ψ Ich begrüße diese Entscheidung aus- und nachdrücklich. Frau Nabagesera ist Menschenrechtsaktivistin in Bezug auf Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LSBT) in Uganda. Die Situation von LSBTIQ Menschen in den meisten afrikanischen Ländern ist von Strafverfolgung, Diskriminierung und kultureller Ausgrenzung geprägt. Gerade angesichts der Tatsache, dass die neue Präsidentin von Malawi zunächst versprach, die Situation für LGBTIQ Menschen zu verbessern (vermutlich um an Auslandsgelder zu kommen), aktuell aber wieder zurückrudert (LINK) setzt der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis mit seiner diesjährigen Verleihung ein wichtiges Zeichen, von denen wir künftig noch mehr benötigen.
Sonntag, 30. September 2012
Homophobe Bestell-Gebete
Ψ Bereits vor einigen Tagen veröffentlichte die Internet-Zeitung »Russland-Aktuell« (hier) eine Meldung, wonach Der Petersburger Stadtrats-Abgeordnete Vitali Milonow (der auch Verfasser des umstrittenen »Gesetzes gegen homosexuelle Propaganda« ist), gleichgeschlechtliche Liebe für »eine Krankheit, die man mit Gebeten und Fasten heilen kann« unf für eine von vielen Prüfungen Gottes hält.
Ψ So sehr mich die Kriminalisierung der alleinigen Existenz von LGBTI-Menschen in Russland aufregt und so sehr ich die Aussage von Herrn Milonow als erneute Formulierung homophober AndersAngst-Propaganda halte, dennoch regt mich dieser gequirrlte Unsinn an zum Nachdenken: über Gebete, deren Zielsetzung und deren Inhalte.
Ψ Etliche gläubige Menschen (das erlebe ich letztlich seit ich mit Religion und Glauben beschäftige) scheinen Gebete weniger als Zwiesprache mit dem Göttlichen zu sehen, sondern eher als Bestellungvorgang zur Umsetzung ihrer eigenen Vorstellungen. Da betet man für die Heilung eines Familienmitglieds, da wünscht man sich das erfolgreiche Abschließen einer Prüfung oder man erbittet sich ganz einfach und quasi im Handumdrehen die Änderung der Identitätspersönlichkeit eines anderen Menschen. Das Herbeiwünschen von Dingen durch gedachte oder gemurmelte Worte gehört für mich eher in die Abteilung Aberglaube, als in den Bereich er- und gelebter Spiritualität. Statt ichbezogen Bestellungen an das Göttliche im Universum zu senden, erachte ich es als sinnvoller, Gefühle oder Gedanken benennen. Die Idee eines omnipotenten Überwesens, dem ich hilflos ausgeliefert bin und das ich bei angeblich guter Führung um Gefallen bitte, reduziert das eigene spirituelle Empfinden in der Zwiesprache auf ein Geschäft, einen Vertrag: Wenn ich schön brav bin, dann kriegt ich vielleicht, was ich mir wünsche. Das wirkt auf mich eher wie der Umgang mit dem Kaufhausweihnachtsmann als mit dem Göttlichen.
Ψ Ich werde zu diesem Thema sicherlich noch einige Gedanken anstellen und auch meditieren. Die Überlegung »Ich glaube an Gott und bete und dann wird Gott meine (alle neutestamentarischen Vorstellungen ignorierende) homophobe Wahrnehmung schon Realität werden lassen« ist meinem spirtuellen Erleben nach jedenfalls eine Milchmädchenrechnung, wie sie auch in diversen religiösen Büchern steht.
Ψ So sehr mich die Kriminalisierung der alleinigen Existenz von LGBTI-Menschen in Russland aufregt und so sehr ich die Aussage von Herrn Milonow als erneute Formulierung homophober AndersAngst-Propaganda halte, dennoch regt mich dieser gequirrlte Unsinn an zum Nachdenken: über Gebete, deren Zielsetzung und deren Inhalte.
Ψ Etliche gläubige Menschen (das erlebe ich letztlich seit ich mit Religion und Glauben beschäftige) scheinen Gebete weniger als Zwiesprache mit dem Göttlichen zu sehen, sondern eher als Bestellungvorgang zur Umsetzung ihrer eigenen Vorstellungen. Da betet man für die Heilung eines Familienmitglieds, da wünscht man sich das erfolgreiche Abschließen einer Prüfung oder man erbittet sich ganz einfach und quasi im Handumdrehen die Änderung der Identitätspersönlichkeit eines anderen Menschen. Das Herbeiwünschen von Dingen durch gedachte oder gemurmelte Worte gehört für mich eher in die Abteilung Aberglaube, als in den Bereich er- und gelebter Spiritualität. Statt ichbezogen Bestellungen an das Göttliche im Universum zu senden, erachte ich es als sinnvoller, Gefühle oder Gedanken benennen. Die Idee eines omnipotenten Überwesens, dem ich hilflos ausgeliefert bin und das ich bei angeblich guter Führung um Gefallen bitte, reduziert das eigene spirituelle Empfinden in der Zwiesprache auf ein Geschäft, einen Vertrag: Wenn ich schön brav bin, dann kriegt ich vielleicht, was ich mir wünsche. Das wirkt auf mich eher wie der Umgang mit dem Kaufhausweihnachtsmann als mit dem Göttlichen.
Ψ Ich werde zu diesem Thema sicherlich noch einige Gedanken anstellen und auch meditieren. Die Überlegung »Ich glaube an Gott und bete und dann wird Gott meine (alle neutestamentarischen Vorstellungen ignorierende) homophobe Wahrnehmung schon Realität werden lassen« ist meinem spirtuellen Erleben nach jedenfalls eine Milchmädchenrechnung, wie sie auch in diversen religiösen Büchern steht.
Samstag, 29. September 2012
HIV IM FOKUS - eine Nachlese
Ψ Am 21. und 22. September nahm ich an der Konferenz »HIV IM FOKUS« im Berliner Rathaus teil. Da ich den Austausch auf, das Lernen in und das Netzwerken bei solchen Tagungen ich als wichtigen Bestandteil meiner Schwesternarbeit empfinde, besuchte ich ich die Podiumsdiskussionen und -gespräche, tauschte mich mit vielen anderen TeilnehmerInnen aus und ließ mich für meine Arbeit von Gehörtem und Erlebtem inspirieren.
Ψ Die Gelegenheit, sich in die jeweiligen Panels aus dem Auditorium heraus mit Redebeiträgen einzubringen, nutzte ich - zum Einen, um Fragen zu stellen und Ergänzungen zu machen; zum Anderen aber auch, um die Sichtweise einer Schwester der Perpetuellen Indulgenz in die Erörterungen einzubringen.
Ψ Nach zwei Tagen Lernen und Netzwerken fand dann am Samstagabend die REMINDERS NIGHT Gala im E-Werk in der Wilhelmstraße statt. Dort traf ich etliche der Kongressteilnehmer, aber auch viele Feierwillige, mit denen ich einige wunderschöne Stunden verbrachte.
Ψ Rückblickend waren diese zwei Tage eine wertvolle Zeit, um mich weiterzubilden und mich inspirieren zu lassen sowie um neue Verbindungen zu knöpfen und zu netzwerken. Ich bin sehr dankbar, dass ich hierzu die Gelegenheit hatte.
Ψ Die Gelegenheit, sich in die jeweiligen Panels aus dem Auditorium heraus mit Redebeiträgen einzubringen, nutzte ich - zum Einen, um Fragen zu stellen und Ergänzungen zu machen; zum Anderen aber auch, um die Sichtweise einer Schwester der Perpetuellen Indulgenz in die Erörterungen einzubringen.
Ψ Nach zwei Tagen Lernen und Netzwerken fand dann am Samstagabend die REMINDERS NIGHT Gala im E-Werk in der Wilhelmstraße statt. Dort traf ich etliche der Kongressteilnehmer, aber auch viele Feierwillige, mit denen ich einige wunderschöne Stunden verbrachte.
Ψ Rückblickend waren diese zwei Tage eine wertvolle Zeit, um mich weiterzubilden und mich inspirieren zu lassen sowie um neue Verbindungen zu knöpfen und zu netzwerken. Ich bin sehr dankbar, dass ich hierzu die Gelegenheit hatte.
Dienstag, 11. September 2012
1.700 Kondome (Nachlese Folsom Europe 2012)

Ψ Ich habe das Folsom Europe Straßenfest heil und unbeschadet überstanden: Gegen 16 Uhr am zurückliegenden Samstag, den 9. September 2012, fuhren Postulantin Mary-Clarence und ich zusammen mit einem zum »Heiligen Kondomisierungsgefährt« umdekorierten Kinderwagen in den Schöneberger Fuggerkiez ein. Direkt vor dem noch immer geschlossenen MAXX (ehemals: Mario's - ursprünglich: Knast) verteilten wir etwa vier Stunden lang, was das Zeug hält.
Ψ Die Frauen und Männer um uns herum waren in Leder, Gummi, Lack, Skingear, Armyklamotten und manch andere Outfits gekleidet ... und hatten sichtlich Spaß. Während ich den Eindruck hatte, dass in diesem Jahr ein neuer »Menschenhunde-Rekord« aufgestellt wurde (es gab ja sogar einen Doggy-Garten!), stellte ich mit Mary-Clarence gemeinsam einen ganz eigenen, kleinen Rekord auf: Wir verteilten 1.700 Kondom-Gleitgel-Kombi-Packs und 300 Lutscher innerhalb von vier Stunden.
Ψ Entsprechend erschöpft waren wir danach auch. Trotzdem waren wir guter Dinge, denn wir hatten jede Menge wunderschöne Begegnungen mit zauberhaften Menschen - sowas gibt Kraft. Beide sind wir sehr dankbar für das tolle Straßenfest, die geilen Leute und die herzliche Stimmung mit eben denselben.
Ψ Einige Impressionen vom Folsom Europe Straßenfest 2012 hat unser geschätztes Gemeindemitglied Lars in einem Videoclip zusammen- und bei YouTube onlinegestellt:
Ψ Obwohl ich auch in diesem Jahr kaum Gelegenheit hatte, die Stände zu besuchen, freue ich mich bereits jetzt auf das nächste Jahr und das nächste Folsom Straßenfest.
[ Bild: (c) Kai van Rattenhusen, Video: (c) Lars Ziethmann ]
Donnerstag, 6. September 2012
Folsom Europe 2012 ruft

Ψ Am übermorgigen Samstag, 9. September, ist es wieder soweit: Auf dem Schöneberger Fuggerkiez wird's fetischistisch, denn das Folsom Europe Straßenfest 2012 findet statt. Hunderte Frauen und Männer aus allen Teilen der Welt werden gemeinsam in Leder, Gummi, Lack, Skinoutfit, Sportswear oder anderen Fetischklamotten feiern und eine schöne Zeit haben. Und ratet mal, wer da mitten drin statt nur dabei sein wird?
Ψ Mein ganz persönliches Folsom-Wochenende begann gestern, am Mittwoch - nachdem ich morgens die aktuelle Lieferung von IWWIT (»Ich weiß was ich tu«) von zwei zauberhaften Paketpostanlieferungsangestellten erhalten hatte (6.000 Kondom-/Gleitgel-Kombinations-Päckchen sowie endlose Lutsch-Befriedigungs-Mittel), war abends (pünktlich zum Ansturm der ersten Gäste) der New Action Bar die Kondome ausgegangen und ich sorgte kurzfristig, ganz ohne Make-Up und Schleier, für Nachschub, so dass die Herren dieser Tage auch ausreichend Erotikbekleidung anlegen können.
Ψ Heute dann bereitete ich gemeinsam mit Postulantin Mary-Clarence unseren Einsatz am Samstag vor: Wir räumten das Heilige Kondomisierungsgefährt aus meinem Keller, hübschten es glitzerdekotechnisch auf und bestückten es liebevoll mit dem am Vortag angelieferten Material.
Ψ Morgen werde ich dann Infomaterial und Flyer vorbereiten, meine Klamotten für Samstag zusammensuchen ... und natürlich meine Stiefel polieren. Weil wenn Folsom Europe, dann richtig - auch und gerade als Schwester! ;-)
Donnerstag, 23. August 2012
Weltfremder Wagner

Ψ Die BILD wartet heute mit dem nächsten "Homo-Ehe-Knaller" auf - man könnte meinen, dies sei das derzeit bevorzugte Thema, um das journalistische Sommerloch zu stopfen. In seiner heutigen Kolumne spricht sich der umstrittene Boulevard-Journalist Franz Josef Wagner sich unterschwellig dafür aus, dass Homosexuelle verurteilt und ins Gefängnis gesteckt werden sollten (HIER). Dabei bemüht Herr Wagner das übliche "Ihr vermehrt Euch ja nicht"-Argument.
Ψ Ich habe eben eine E-Mail an Herrn Wagner (und eine Kopie an die Leserbrief-Redaktion) gesandt:
Sehr geehrter Herr Wagner,
mit Besorgnis musste ich Ihre heutige Kolumne ("Liebe Homo-Ehe") in der BILD-Onlineausgabe zu Kenntnis nehmen. Ich möchte Ihnen hierzu wie folgt Rückmeldung geben:
1)
Ihr Halbsatz "Homo-Ehe vs. Mann-&-Frau-Ehe" könnte so gedeutet werden, dass homosexuelle Menschen gegen die bisher gültige Eheform eingestellt sind. Aus meinem langjährigen Gemeindedienst unter queeren Menschen kann ich Ihnen versichern: Dem ist nicht so.
Die Zielsetzung queere Menschen ist es nicht, bestehende Regelung anzugreifen - vielmehr geht es darum, eine rechtliche Gleichstellung zu erreichen.
Ich finde es nicht hilfreich, solche unterschwelligen (und zudem nicht zutreffenden) Botschaften in Ihrer Kolumne zu vermitteln.
2)
Ihr Satz "Homosexuelle kriegen biologisch keine Kinder" ist schlicht und ergreifend falsch.
Homosexuelle entscheiden sich seit Jahren (und dies in zunehmendem Maße) für biologische Kinder.
Ja, dabei kommt es üblicherweise zu so genannter "Insemination", also der Übertragung männlichen Samens in den Genitaltrakt einer Frau. Und ja, diese Kinder werden ganz normal ausgetragen und geboren. Insemination ist auch unter heterosexuellen Paaren nicht unüblich, beispielsweise bei eingeschränkter Beweglichkeit oder Anzahl der männlichen Samenzellen; so wird durch Insemination der Weg zur Eizelle verkürzt. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter http://www.insemination.de und http://de.wikipedia.org/wiki/Insemination
Das Gesetz unterscheidet Kinder, die durch Insemination gezeugt wurden, nicht von Kindern, die durch Geschlechtsverkehr gezeugt wurden. Sie alle gelten als biologische Kinder.
Das patriarchisch-traditionalistische Argument der fortpflanzungstechnischen Sinnlosigkeit homosexueller Beziehungen ist überholt.
3)
In den darauf folgenden Abschnitten sagen Sie deutlich aus, Homosexuelle sollten der Gesellschaft dankbar sein, für Ihr bloßes Dasein nicht mehr verurteilt und in Gefängnisse gesteckt zu werden; daher sollten Homosexuelle sich mit den bislang erreichten Rechten zufrieden geben.
Diese (mit Verlaub) Stammtischparole vermittelt Ihren Lesern, dass es vollkommen in Ordnung wäre, Homosexuelle zu verurteilen und zu inhaftieren. Die heutige Situation sei ein gnädiges Geschenk, eigentlich gehörten Homosexuelle "weg".
Ich hoffe sehr, dass Sie diese Formulierungen versehentlich gewählt haben, denn würden Sie wirklich das denken und fühlen, was Sie in Ihren Zeilen ausgesagt haben, dann wäre dies zum Einen diskriminierend und zum Anderen würde Sie daraus folgende Diskriminierung queerer Menschen duch Ihre Leser billigen.
Ich möchte Sie bitten, Ihren Kolumnentext zu überdenken und sich von diesen Passagen öffentlich zu distanzieren. Gerade in der aktuellen - von den ausgrenzenden Aussagen von Frau Katherina Reiche geprägten - Situation könnten sich viele Menschen (nicht nur Homosexuelle, sondern auch Menschen, die Homosexuellen nahestehen und für deren rechtliche Gleichstellung eintreten) verletzt und diskriminiert fühlen.
4)
Ich möchte Sie gerne zu einem öffentlichen Gespräch zum Thema »Rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen« einladen. Lassen Sie uns über dieses Thema reden und herausfinden, wo wir gemeinsame und voneinander abweichende Ansichten besitzen.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Schwester Aura
Ψ Ich finde die aktuellen, von AndersAngst und "Homophobie" geprägten Äußerungen langsam aber sicher bedenklich. Vielleicht sollten wir "Homos" einfach mal zwei, drei Montage hintereinander auf die Straße gehen, um gegen diese Form der öffentlichen Diskreditierung und Diskriminierung zu demonstrieren. Denn: Langsam langt's!
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