Freitag, 22. Juni 2012

Dann doch: CSD 2012

Ψ Eigentlich wollte ich am heutigen Samstag halb privat, halb beruflich nach Leipzig - ich wollte nicht manifestieren in der Berliner Prideweek und ich wollte das so auch genießen. Dann ist mir irgendwie die Wolle ausgegangen...

Ψ Tatsächlich sind eine Gruppe attraktiver, adretter und agiler Männer dafür verantwortlich, dass es mich dann doch gestern gepackt hat und ich beschloss, meine Titten (umgangssprachlich für: die Schwesternhaube) und einen farblich zu »meinen Jungs« passenden Schleier aus dem Schrank (»out of the closet«!) zu holen. Manifestationspause vorbei, jetzt wird wieder schwesterisiert!

Ψ Auf der heutigen CSD-Parade werdet Ihr mich dann schon sehen - ich bin die Schwester, die am meisten leckeres Testosteron (lecker verpackt in mauve-farbenen T-Shirts) um sich herum hat.

Ψ Bilder? Klaro, wird's geben. Jetzt aber schnell den Bart färben und den Schleier bügeln - soll doch alles hübsch sein für die CSD-Pride-Parade 2012 in Berlin ... :-)

Montag, 18. Juni 2012

Mein Stadtfest 2012

Ψ Es ist vorbei - das Stadtfest 2012, das zwanzigste seiner Art, mitten in der »Western Gay Area« Berlins. Den (durchaus aufwühlenden) Ereignissen der vergangenen Wochen und Monate Tribut zollend habe ich mich in diesem Jahr geschont und nicht als Schwester manifestiert (d.h. ich bin nicht in Habit und MakeUp in Erscheinung getreten). Statt dessen war ich am Samstag in Männerzivil in Schöneberg anzutreffen.

Ψ Die erste Hälfte des Tages war ich auf dem Stand des Berliner Fetischvereins BLF (Berlin Leder & Fetisch), bei dem ich (aufgrund meines Titels als »German Mr. Leather 2000«) Ehrenmitglied bin; ich hatte einen gedeckten Apfelkuchen gebacken und ich verbrachte die verregneten Stunden des Tages in der Gesellschaft meiner Clubkameraden.

Ψ Danach hatte ich Dienst beim Stand der Eurofaeries, den europäischen »Radical Faeries«; dort fungierte ich als »Schwanzorakel« und las den Standbesuchern mysteriöse (und mitunter auch gemütlich grottige) Sprüche aus dem weisen, wichtigen und selbstverständlich über jeden Zweifel erhabenen »Schwanzorakelbuch« vor.

Ψ Ich hatte viel Spaß auf dem Stadtfest 2012, wenn auch das Wetter eher suboptimal war. Es tat gut, ein Jahr mal nicht in Habit auf dem Straßenfest präsent zu sein. Trotzdem freue ich mich, wenn ich dort im nächsten Jahr mit einem prächtigen Ausgehstöffchen Schleier zeigen kann ... und wer weiß, vielleicht orakelige ich ja im nächsten Jahr in Schwesterntracht ... ? ;-)

Dienstag, 15. Mai 2012

Mein Leben

Ψ In letzter Zeit häuften sich mir gegenüber die Zurufe »Du hast ja gar kein Leben, Aura - such' Dir eine Beschäftigung und hör' auf, Schwester zu sein!«; diese eher nicht so gut gemeinte Aufforderung erhielt ich in den vergangenen Wochen dann doch öfter.

Ψ Meine hiermit öffentliche und für jedermensch lesbare Antwort lautet: »Vielen Dank für den Ratschlag. Ich habe ein Leben, ich habe meine Beschäftigung und ich bin von Herzen gern (und in meiner Gemeinde gern gesehen) Schwester.«

Ψ Ich hoffe sehr, dass diverse Menschen in der Zukunft davon absehen, über mich als Mensch und über mein (im übrigen vollkommen privates) Leben urteilen zu wollen, sondern mit mir gerne in Dialog über meine Schwesternarbeit treten.

Ψ Ach ja, und wen es interessiert: Aktuell geht es mir in meinem Leben sehr gut und ich fühle mich wohl mit den Dingen, die ich tue ... und eben dies wünsche ich jedem, der dies liest. :-)

Kein »Sicherer Samstag« in Berlin

Ψ In diesem Tagen habe ich mein Projekt »Sicherer Samstag« für mich innerlich beendet; jetzt ist es für mich Zeit, dies auch öffentlich(er) zu machen.

Ψ In den vergangenen Monaten gelang es nicht, ausreichend Partner und vor allem aktive Helfer zu gewinnen, um in der Schöneberger Gay Area an einen regelmässigen Abend in den Örtlichkeiten auf dem Kiez die zunehmende Problematik von Übergriffen und -fällen auf queere Menschen zum Thema zu machen. Daher ergibt es wenig Sinn, ein Projekt vorantreiben zu wollen, das mit den aktuellen Möglichkeiten nicht umsetzbar ist.

Ψ An dieser Stelle danke ich allen, die mir zu dem Projekt Rückmeldung gegeben haben und die im Herzen in dieser Sache bei mir waren bzw. sind.

Geldsammeln in Berlin

Ψ Aus gegebenem Anlass - einer Rückfrage bei mir und einer Rückfrage beim SPI Westfalen bezüglich meiner eventuell nicht statthaften Büchsensammeltätigkeit ohne einen eingetragenen Verein „im Rücken“ - möchte ich Euch wie folgt informieren:

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Ψ Seit Ende 2003 ist die staatliche Aufsichtspflicht für Sammlungen entfallen. Mit dem „Ersten Gesetz zur Rechtsvereinfachung und Entbürokratisierung“ der Berliner Verwaltung ist das Sammlungsgesetz aufgehoben worden. Sammlungen können seitdem formlos erfolgen und es liegt im Vertrauen des Spenders, dass der Sammlungszweck eingehalten wird.

Ψ  In den zurückliegenden zehn Jahren wurden die Sammlungsgesetze in verschiedenen Bundesländern ersatzlos aufgehoben. Hierzu gehören Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Ψ Dies bedeutet: Es gibt keine Vorschriften mehr, wie Geldsammlung zu erfolgen hat (z.B. nur mit eingetragenem Verein, Genehmigung durch Ordnungsamt bei Straßensammlung usw.).

Ψ  In Berlin kann jedermann für beliebige Zwecke sammeln kann, wie, wann und wo er will.

Ψ So auch ich.

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Ψ Links zum Thema:

http://www.berlin.de/landespressestelle/archiv/2005/01/05/23140/
http://www.dzi.de/wp-content/pdfs_Spendentipps/Sammlungsgesetze.pdf
http://www.parlament-berlin.de/ados/BauWohnV/vorgang/0232.htm

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Ψ Ich möchte mich bei allen Leuten, die sich Sorgen darüber machen, dass ich keinen juristischen Ärger bekomme, bedanken. Es ist gut zu wissen, dass Ihr wohlwollend an mich denkt.

Ψ Ansonsten möchte ich bitten, künftig nicht bei anderen Gruppen Erkundigungen ÜBER MICH einzuholen und ÜBER MICH Informationen zu verbreiten, sondern MIT MIR Kontakt aufzunehmen, wenn Fragen bestehen.Euch allen wünsche ich ein schönes Wochenende.

Yours in glitter

Sr. Aura

Freitag, 27. Januar 2012

Der »Sichere Samstag« im Schöneberger Kiez

Ψ Ab März diese Jahres wird ein neues Projekt den durch Überfälle gebeutelten Schöneberger Kiez ein klein wenig sicherer machen: Ich starte die Aktion »Sicherer Samstag«. Fortan wird es jeden ersten Samstag im Monat Kiez-Patrouillen und Kneipen-"Shuttles" in der »Gay Area West« Berlins geben.

Ψ Die Zahl der Angriffe und Überfalle, speziell die mit räuberischer Absicht, haben auf dem Schöneberger Homo-Kiez in den letzten Jahren stetig zugenommen. Es ist inzwischen an der Zeit, dass wir (die Queer Community) unsere Sicherheit verstärkt auch selbst in die Hand nehmen. Orientiert an Projekten wie der »Pink Patrol« (New York City, USA) organisiere ich daher fortan die »Sicheren Samstage«, an denen zunächst an einem (dem ersten) Samstag im Monat auf den Straßen des Schöneberger Kiezes Teams patrouillieren, zwischen Kneipen pendeln und Leute von Bar zu Bar oder auch zu den Taxi-Ständen oder BVG-Haltestellen bringen sowie Info-Material verteilen.

Ψ Natürlich lässt sich so ein Projekt nicht alleine stemmen. Zahlreiche weitere Projekte sind (auch hiermit) eingeladen, sich aktiv zu beteiligen - und nicht zuletzt bzw. vor allem braucht es Leute, die am »Sicheren Samstag« tatkräftig mithelfen. Daher ist diese Ankündigung auch ein Aufruf: Helft bitte mit, an einem Samstag im Monat unseren Kiez ein wenig sicherer zu machen!

Ψ Im Februar wird es einige Vorbesprechungstermine für das Projekt geben: Für Helfer, die in Teams über den Kiez patrouillieren werden, und für beteiligte Wirte und Projekte. Der erste »Sichere Samstag« wird der 3. März 2012 sein.

Ψ Wenn Du diese Aktion unterstützen möchtest (ob nun im Patrouillien-/Shuttle-»Dienst« oder anderweitig), dann nimm' bitte Kontakt mit mir auf unter schwester.aura@web.de - jede Hilfe kommt unser aller Sicherheit in Schöneberg zugute.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

24. Trauerzug der Berliner AIDS-Hilfe

Ψ Gestern, am 30. November 2011, fand der 24. Trauerzug der Berliner AIDS-Hilfe statt. Traditionell am Abend vor dem Welt-AIDS-Tag fanden sich zahlreiche Menschen zusammen, um ihre Trauer über die an den Folgen von HIV und AIDS zu trauern, ihre Solidarität mit Positiven und Betroffenen zu zeigen sowie ein Zeichen in der Öffentlichkeit zu setzen, dass trotz allen Leids auch Leben(sfreude) und Entschlossenheit im Kampf gegen HIV existiert. An dem Zug, der in einem Lichtermeer am Wittenbergplatz endete, nahmen etliche Mitglieder der Berliner Schwesterngruppen teil.
Ψ Kai, ein langjähriger Freund der Schwestern, filmte den Trauerzug. Sein Video findet Ihr hier: