Donnerstag, 1. Dezember 2011

24. Trauerzug der Berliner AIDS-Hilfe

Ψ Gestern, am 30. November 2011, fand der 24. Trauerzug der Berliner AIDS-Hilfe statt. Traditionell am Abend vor dem Welt-AIDS-Tag fanden sich zahlreiche Menschen zusammen, um ihre Trauer über die an den Folgen von HIV und AIDS zu trauern, ihre Solidarität mit Positiven und Betroffenen zu zeigen sowie ein Zeichen in der Öffentlichkeit zu setzen, dass trotz allen Leids auch Leben(sfreude) und Entschlossenheit im Kampf gegen HIV existiert. An dem Zug, der in einem Lichtermeer am Wittenbergplatz endete, nahmen etliche Mitglieder der Berliner Schwesterngruppen teil.
Ψ Kai, ein langjähriger Freund der Schwestern, filmte den Trauerzug. Sein Video findet Ihr hier:

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Gemeinschaft geht nicht allein

Ψ Ich bin nicht gern allein. Mit Einsamkeit und alleinen Situationen komme ich schlecht zurecht. Das ist über die Jahre besser geworden, sonst hätte ich die Zeit seit meinem Austritt aus dem OSPI Berlin Ende Februar dieses Jahre gar nicht ertragen können. Doch wo andere problemlos dauerhaft alleine bleiben können, habe ich das Bedürfnis nach Gemeinschaft, nach Zusammenkunft, nach »in einer Gruppe Dinge tun«.
Ψ Es ist ganz normal, dass Menschen sich zusammentun (wollen), um gemeinsam mehr bewirken zu können. Also ist mein Wunsch nach Gemeinschaft nicht außergewöhnlich. Bislang habe ich mich bemüht, irgendwie an den Kontakt mit meiner bisherigen Gruppe wieder anknüpfen zu können, ohne fordernd zu wirken - aber das klappte nicht: War ich zunächst in den derzeit bei OSPI Berlin stattfindenden Supervisionsprozess eingeladen worden, wurde ich im letzten Moment wieder ausgeladen ... und selbst ergebnisoffene, kollegiale Gespräche mit der Ordensmutter sind mir derzeit verwehrt worden.
Ψ Also ließ ich mein Bedürfnis dem OSPI Berlin gegenüber los und überlegte, wie ich auf andere Weise in einer Gemeinschaft Schwester sein kann. Und wie das manchmal so ist: Plötzlich waren da Menschen, die wie ich Interesse daran haben, gemeinsam Dinge zu bewegen.
Ψ Aktuell hat ein Prozess begonnen, an dessen Ende sich Menschen, die anderen helfen, zusammen gefunden haben werden. Eine Gruppe wird entstehen, in der ich selbst getragen werde und in der ich andere mittragen kann. Und auch wenn jetzt Einzelne ausrufen »Aura gründet ein neues Ordenshaus!«, so ist das dann doch sowohl zu verkürzt als auch zu weit gedacht: Aktuell reden Menschen, die Gemeinschaft wollen, miteinander - darüber, was sie sich wünschen, was sie sich vorstellen und was sie gerne tun würden. Etwas ist im Entstehen und nicht bereits fertig ausgedacht. Der Beginn eines Prozesses eben und nicht sein Ergebnis.
Ψ Der Grund für diese Zeilen ist auch, dass dieser »Menschen bauen sich eine Gemeinschaft auf«-Prozess nicht geheim stattfindet und ich daher offen damit umgehe, also auch darüber schreibe. Es kann und darf und soll transparent für die gesamte Community (der die Schwestern als wichtiger Bestandteil angehören) sein, was ich bzw. wir tun - nur so kann auch offen und auf gleicher Augenhöhe darüber gesprochen werden.
Ψ An dem Zusammenfinden dieser neuen Gruppe gemeinnützig arbeitender Menschen ist (auch, wenn Einzelne das Gegenteil behaupten werden) nichts Schlechtes oder gar Gemeines. Das Bedürfnis nach Gemeinschaft ist nicht aus dem Vorsatz, Leid und Not zu verursachen, geboren. Wer sich nun von der Arbeit für Andere per se verletzt fühlt, den möchte ich bitten, mit mir darüber zu sprechen - das ist der sinnvollste und vorteilhafteste Weg, eine Lösung hierfür zu finden.
Ψ Ich freue mich über die aktuelle Entwicklung. Eine Entwicklung, bei der noch nicht exakt abzusehen ist, welches Ergebnis am Ende stehen wird. Spannend ist es allemal. Und gut fühlt es sich an.

Montag, 17. Oktober 2011

Perpetuell indulgente Essays

ΨBei mir sind viele Dinge in Bewegung gekommen während der zurückliegenden Wochen. Eines davon ist mein Eintritt in eine Phase noch tieferer Betrachtung und Reflexion schwesterlicher Arbeit und Inhalte. Damit einher gehend werde ich das tun, was eines meiner besonderen Talente berührt: Ich werde schreiben.
ΨIn der nächsten Zeit werden Essays zu den verschiedensten Aspekt der Arbeit und Grundsätze der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz entstehen. Über die »social publishing« Website Scripd (http://www.scribd.com) werden die Ergebnisse meiner Arbeit dann Allen zur Verfügung stehen. So können andere Mitglieder der Schwesterbewegung inspirative Anstöße erhalten und Gemeindemitglieder (also die Leute der Queer Community) interessante Einblicke in das, wofür die Schwestern stehen und womit sie sich beschäftigen.
ΨDabei liegt es mir fern, für alle Schwestern zu sprechen. Vielmehr werde ich »bei mir bleiben«, also meine innere Herangehensweise an die entsprechenden Themen schildern. Welche Schlüße und Ergebnisse andere Ordensmitglieder aus meinen Zeilen ziehen, obliegt in völliger Freiheit jedem Einzelnen.
ΨIch freue mich bereits auf die Schreibarbeit und die späteren Rückmeldungen. Die nächsten Wochen und Monate werden spannend und anregen sein.

Samstag, 15. Oktober 2011

Neuer Prozess

Ich kann nicht auf Dauer »alleine Schwester« sein. Entsprechend muss und wird sich dies ändern. Leider nicht auf die Weise, wie es eigentlich sein sollte und vorteilhaft wäre - denn hierfür habe ich eine Absage bekommen.
Nun beginne ich einen Prozess, der neu für mich ist und an dessen Ende ich als Schwester nicht mehr alleine sein werde.
Nochmals weise ich darauf hin: Wer mit mir wirklich in Kontakt treten und auf gleicher Augenhöhe sprechen möchte, kann und darf und soll diese bitte tun: Meine E-Mail-Adresse ist bekannt und bei einer Tasse Tee lässt es sich gut und konstruktiv reden.

Freitag, 9. September 2011

FOLSOM EUROPE ruft

• • • Morgen Nachmittag, am 10. Spetember 2011, wird die Fuggerstraße in Berlin/Schöneberg wieder nur so von Leder- und Fetischleuten (Frauen wie Männern) wimmeln: Das FOLSOM EUROPE Straßenfest findet statt. Mitten drin werde ich das erste Mal seit gut drei Monaten wieder manifestieren (d.h. in Habit anwesend sein) und Gemeindedienst leisten, worauf ich mich bereits sehr freue.

• • • Jetzt ist es gerade halb Zwei Uhr nachts und bis eben habe ich noch Flyer für den Tag morgen ausgedruckt und gefaltet. Das teils sehr ledrige Outfit für morgen liegt bereit, der Schwesternkorb ist voll mit Kondomen, Gleitgel und den frischgefalteten Flyern gepackt ... jetzt gilt es nur noch, eine Mütze Schlaf zu bekommen und morgen frohgemut an den Schminkspiegel zu treten. Hach, das wird schön.

• • • Für die Zeit nach diesem Straßenfest habe ich mir vorgenommen, meinen Blog mehr zu pflegen und Euch regelmäßig an meiner Arbeit teilhaben zu lassen. Das wird bestimmt spannend für Euch und für mich. :-)

Samstag, 18. Juni 2011

The Inner Light

• • • Ich habe da eine Anzahl von Musiktiteln, die ich traditionell zum Schminken höre. Da sind Songs wie »Angel« von Chaira drauf, aber auch Filmmusik. Der für mich persönlichste Titel ist dabei »The Inner Light«: ein Instrumentalstück, das in der gleichnamigen Folge der SF-Serie »Star Trek - The Next Generation« verwendet wurde.

• • • Ich verbinde sehr viele Erinnerungen an dieses Stück. Das Wichtigste, das mir dieser Titel jedoch stets wachruft: In jedem von uns ist ein Inneres Licht - wenn wir in Kontakt mit diesem Inneren Licht stehen, werden äußere Umstände weniger wichtig, nur die Harmonie mit der eigenen Identität zählt.

• • • Und diesen Gedanken nehme ich heute gern mit auf das Queere Stadtfest in Schöneberg. Vielleicht kann ich ein paar von Euch da draußen helfen, mit Eurem Inneren Licht Kontakt aufzunehmen?

Mittwoch, 1. Juni 2011

Eine Kerze für Frank, Jo und einen Unbekannten

Es gibt Zeiten, in denen ist man als Schwester mit dem Tod konfrontiert. Dies geht mir derzeit sehr stark so.

Am zurückliegenden Samstag habe ich erfahren, dass Frank gestorben ist, der Lebensgefährte und Gatte von Sepp Engelmeier aus Wien. Gestern habe ich erfahren, dass Jo gestorben ist, ein schwuler Mann, der eher zurückgezogen gelebt hat. Und heute habe ich erfahren, dass ein unbekannter schwuler Positiver aus Hannover gewaltsam gestorben ist (siehe dpa-Meldung unten), der auf der Suche nach Liebe und einer Beziehung war.

Ich möchte Euch bitten, für diese drei mit mir zusammen eine Kerze anzuzünden und wenigstens eine Viertelstunde brennen zu lassen. Meine Fürbitte an die Große Göttin gilt den Seelen der Gegangenen, ihrem Übergang in die Jenseitige Welt und ihren Angehörigen in dieser.

Licht und Liebe!

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Hannover: 25-Jähriger erstochen - Polizei richtet Mordkommission ein

Nach dem gewaltsamem Tod eines 25-Jährigen in Laatzen bei Hannover hat die Polizei eine Mordkommission eingerichtet. Wie die Gerichtsmediziner feststellten, ist der junge Mann infolge von Stichverletzungen verblutet. Bisher gebe es keine Hinweise auf den Täter, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Die 31 Jahre alte Schwester des Opfers hatte am Montag die Mietwohnung ihres Bruders mit einem Zweitschlüssel geöffnet, weil sie ihn seit dem 17. Mai telefonisch nicht mehr erreicht hatte. Dort bemerkte sie Blutspuren und alarmierte die Rettungskräfte. Die Polizei fand den vor mehreren Tagen getöteten 25-Jährigen. Die Beamten ermitteln nun im Umfeld des Opfers, das laut Polizei nicht aus dem kriminellen Milieu stammt.
- dpa